top of page
marisa-morton-GunHGc3Xxu8-unsplash.jpg

BIO: mehr
als nur ein Wort

Die Zeiten, in denen Bio noch als New-Age-Bewegung belächelt wurde, sind lange vorbei. Doch die Zeiten, in denen Bio die Supermärkte dominiert, sind auch längst noch nicht da.

Nur 5 Prozent der dort angebotenen Nahrungsmittel sind bisher tatsächlich Bio. Wenn man bedenkt, dass Ernährung unsere größte Gesundheitsbank ist, in die wir bei jeder Mahlzeit einzahlen könn(t)en, ist das ein verschwindend geringer Teil.

 

Was wir essen, wird maßgeblich über unsere Zukunft entscheiden. Nahrung kann uns krank machen – und tut das bereits in nie gekanntem Ausmaß.  Jede(r) zweite ist übergewichtig. Glutenintolranz und andere Nahrungsmittelunverträglichkeiten haben schwindelnde Höhen in den Statistiken erreicht. Und in unsren Körpern. Jede Zivilisationskrankheit wird von unserer Ernährung beeinflusst, ausnahmslos, im Guten wie im Schlechten. Wir haben es nicht nur in der Hand. Wir haben es buchstäblich auf dem Teller, wie wir uns jetzt und in Zukunft fühlen werden.

"Wir wussten lange nicht, dass eine Stressantwort durch Umweltfaktoren umprogrammiert werden kann, denen unsere Vorfahren ausgeliefert waren", so Michael Skinner, PhD, Professor von der School of Biological Sciences an der Washington State University. Das bedeutet: Nicht nur, was unsere Ahnen gegessen haben, beeinflusst unsere Gene noch heute. Auch was wir selbst auf den Tisch bringen, wirkt noch über Generationen in unseren Kindern nach.

 

Gentechnikund Düngemittel sind ein besonders finsteres  Kapitel unserer Ernährung. Ein Milliarden-Dollar-Business, bei dem Wissenschaftler, die dagegen argumentieren, auch schnell mal ihre Karriere verlieren können. Doch junge Familien setzen seit den haarsträubenden Corona-Vertuschungen nicht nur auf sanftere Heilmethoden, sondern parallel auch zunehmend auf Gentechnik-freie Bio-Babykost, Bio-Gemüse, Bio-Fleisch und die oft äußerst nervige Inspektion von Lebensmittel-Deklarationen, die klar und deutlich sagen, was eigentlich drin ist in all den Fertigprodukten. Eine Liste findest Du hier.

GENERATIONENVERTRAG

Image by Callum Shaw

DEIN MITTAGESSEN BEINFLUSST NOCH DEINE URENKEL.

Hobenköök Markt.png

Regional, authentisch, nachvollziehbar.

Der Bio-Boom hat verschiedene Gründe. Abgesehen vom besseren Geschmack ist bei Bionahrung z.B. der Einsatz von Antibiotika untersagt. In der "normalen" Tierhaltung werden sie, abenso wie Wachstumshormone, regelmäßig eingesetzt – mit teilweise katastrophalen Konsequenzen. Eine davon ist, dass bei Kindern die Pubertät oft viel zu früh einsetzt. Eine andere, dass sich Resistenzen gegen Antibiotika aufbauen, die in der Folge dann nicht mehr wirken, wenn man sie irgendwann tatsächlich braucht.

Auch Gentechnik und Düngemittel sind bei Bio-Produkten nicht zulässig. Da sowohl Gentechnik als auch Zusatzstoffe unter Verdacht stehen, u. a. Allergien, Diabetes, Adipositas und Nahrungsunverträglichkeiten auszulösen, vermeidet man mit Naturkost diese Gefahr.

Nahezu in allen Supermärkten halten Bioprodukte Einzug: in eigens dafür entwickelten Konzept-Stores wie bei Alnatura, die für diese Pionierarbeit im Jahr 2010 als erfolgreichster Biomarkt ausgezeichnet wurden. Oder in der HOBENKÖÖK, deren qualitativ hochwertige Produkte über Hamburgs Grenzen hinaus zu einer Touristenattraktion geworden sind. Und auf den frischen, regionalen Wochenmärkten sowieso.

Oder Du bestellst online. Viele Anbieter wie z. B. Ökokiste liefern die frischesten Bioprodukte, die man sich individuell zusammenstellen kann, direkt ins Haus. 

Auch die SlowFood-Bewegung mit dem Italiener Carlo Petrini an der Spitze rüttelt auf zu anderem Denken: Sie fordert dazu auf, regionale Produkte mit kurzen Transportwegen viel mehr ins Kalkül zu ziehen als bisher und so die landeseigene Landwirtschaft zu fördern und so die Umwelt vor den Folgen der weiten Transportwege zu schützen.

Image by Zach Lucero

DAS GRAS WÄCHST NICHT SCHNELLER, WENN MAN DARAN ZIEHT.

In spätestens einem Jahrzehnt wird es einen maßgeblichen und generellen Wandel bei den Lebensmittelanbietern geben, weil sich Kunden die jetzige Vorgehensweise nicht mehr gefallen lassen werden – von Monsanto-Chemikalien in den Pestiziden über Gammelfleisch bis zu Dioxin-Eiern, die selbst dort zu finden sind, wo ökologisch einwandfreie Tierhaltung betrieben wird. Für einen durch Gluten vorgeschädigten Darm bedeuten all diese Eingriffe in die Natur einen doppelten Schaden.

Gentechnisch veränderte Produkte zu essen ist in etwa so, als würde man an der Tür zum Körper das Schloss auswechseln, und ihn auffordern, denselbsen Schlüssel zu benutzen.

Mütter wollen nicht länger Quecksilber in ihrer Muttermilch, und auch kein Mikroplastik in ihrer Plazenta. Sie wollen sich keine Sorgen machen, müssen ob sie die Hormonrezeptoren ihres Kindes (wie schon durch Weichmacher in Plastikspielzeug) für immer zerstören, weil sie Milchpulver von Kühen benutzen, die genetisch verändertes Futter bekamen.

"Ich möchte die Geschichte einer Speise kennen. Ich möchte wissen, woher die Nahrung kommt. Ich stelle mir gerne die Hände vor, die das, was ich esse, angebaut, verarbeitet und gekocht haben", sagt Carlo Petrini.

Ich stelle mir vor, dass wir wieder mehr menschliche Intelligenz nutzen als künstliche, und dass die Stores an den Bahnhöfen, die statt der unerträglichen Käse- und Salami-Sandwiches eine Vielfalt von himmlischen Salaten und Bio-Fetiggerichten anbieten, weiter aus dem Boden sprießen. So wird aus den langen, legendären Wartezeiten auf die Bahn eine ganz neue Art von Enteckungsreise.

bottom of page