
Wenn
den Rücken krank macht
Gluten
Mit dem Rücken ist es ein bisschen wie mit dem Blutdruck. Der eine tut weh, der andere ist hoch – doch bei beiden weiß in 90 Prozent der Fälle niemand so genau, woran es eigentlich liegt.
'Idiopathisch' sagen die Ärzte, wenn der Patient klagt und die Diagnostik nichts hergibt … außer den üblichen Verdächtigen, die auf nahzu jede Volkskrankheit zutreffen: zu viel Stress, zu wenig Bewegung, Übergewicht, immer nur am Computer sitzen – oder auch am Tresen. An Gluten denken die meisten nicht.
Eine vorgewölbte Bandscheibe auf einer Computertomographie (CT) kann unter Umständen null Beschwerden bereiten. Das leuchtet gerade noch ein, wenn kein Nerv gequetscht wird.
Schmerzen, das ist das Dumme, kann man nicht sehen.
Im Gegensatz dazu kann Dich eine vermeintlich makellose Wirbelsäule so schachmatt setzen, dass Du nur mit Schmerzmitteln über den Tag kommst. Und das begreift dann keiner mehr.
Jeder Zweite in Deutschland kennt Rückenschmerzen. Bei weit über 10 Prozent sind sie chronisch geworden, eine Tortur. Sie treiben PatientInnen in den Wahnsinn und die Wirtschaft ans Belastungslimit, weil sie so viele Krankschreibungen verursachen, Verdienstausfälle in Milliardenhöhe. Vor allem aber verursachen sie Extremausfälle an Lebensfreude … was dann umgehend zu noch mehr Rückenschmerzen führt.

Wir sitzen zu viel am Computer, das ist überhaupt keine Frage – aber das bedeutet noch nicht zwangsläufig, dass der Rücken davon schmerzt. Wir bewegen uns zu wenig, das bestreitet ebenfalls keiner – aber viel Bewegung ist kein Garant, dass wir vor Rückenschmerzen geschützt sind.
Der richtige Stuhl am Schreibtisch, die passende Matratze im Bett, Spritzen, Tabletten, Massage, Progressive Muskelentspannung, Tai Chi, Qi Gong, Akupunktur, Homöopathie, alle Erdstrahlen beseitigt: Warum, verdammt, tut es immer noch weh? Gute Frage. Wenn Du einen Termin mit Deinem inneren Arzt machst und den Übungen folgst, wird er Dir sehr wahrscheinlich Antworten geben, die Du bisher nicht auf dem Radar hattest
Was Dein innerer Doktor sagt
Vielleicht liegt es daran, dass unser Rücken nicht nur nicht verhandeln will. Er kann es auch nicht im Angesicht der Rolle, die er in unserem täglichen Leben spielt. Dein Rücken ist der Aufsichtsrat des komplexen Unternehmens „Mensch“. Alle Hauptnervenkabel verlaufen durch das Rückgrat, ein Garant reibungsloser Datenübertragung. Zumindest, solange alle Außenstellen ihre Aufgaben perfekt erfüllen.
DER STÖRFALL IST DER NORMALFALL
Doch was ist schon perfekt im Leben? In dieser Firma "Mensch" mit ihren Milliarden Mitarbeitern sind alle Versorgungsleitungen an die Nervenabzweigungen Deiner Wirbelsäule gekoppelt. Ein kleiner Ausfall irgendwo ... wir bemerken ihn vielleicht nicht einmal: Aber die Datenstränge geben sofort reflektorische Rückmeldung, wenn es irgendwo hakt. Und zwar durch Schmerz. Im Gehirn wird Alarm ausgelöst. Die Muskeln, die die Baustelle umgeben, verkrampfen sich, damit der Schaden nicht noch größer wird, und um wenigstens den Status quo aufrecht zu erhalten. Ergebnis: noch mehr Schmerzen.

Verspannung
verfolgt Dich bis in Deine Träume
Der Rücken ist immer dabei. Du hast nachts mit den Zähnen geknirscht: Dein Nacken beklagt sich am nächsten Morgen über die Tonnen von Druck, die auf seine feinen Muskeln gewirkt haben. Du hast geträumt, dass Du Möbel schleppst – am Tag darauf merkst Du es an Muskelkater rund um Schultern, Arme und Brustwirbelsäule von der Anstrengung. Eine Zahlung, auf die Du dringend wartest, ist nicht auf Deinem Konto eingetroffen: die untere Lendenwirbelsäule, der Ischiasnerv bzw. die umgebende Muskulatur wird Dir schon bald davon berichten. Liebeskummer mit zwangsläufigem Herzschmerz: Schon blockiert der entsprechende Wirbel und nimmt Dir „die Luft zum Atmen“. Umgeknickt: Rate mal, wo die Auswirkungen nach etwa einem halben Tag Gehumpel ankommen.
Die Vielfalt der Möglichkeiten, durch die unser Rücken unter Beschuss geraten kann, ist der Grund, warum die Homöopathie immer nach dem Auslöser fragt. Rückenschmerzen sind niemals gleich Rückenschmerzen. Wenn wir die Ursache nicht beseitigen, wird die Therapie höchstens eines: teuer. In den homöopathischen Arzneimittelbildern werden die Zusammenhänge anschaulich beschrieben.
WENN BAUCH UND RÜCKEN GEGENEINANDER ARBEITEN
Wenn wir gepresst atmen, uns die Nieren verkühlen oder etwas Falsches gegessen haben: Es gibt keine Aktivität und keine Information in unserem Körper, die nicht durch die Nervenstränge geradewegs in der Wirbelsäule zum Gehirn und wieder zurück geleitet werden. Nicht eine einzige.

Gibt es so etwas:
BAUCHWEH IM RÜCKEN?
Apropos Essen: Bei Rücken- und Gelenkschmerzen spielt die Ernährung eine viel größere Rolle als bisher angenommen. Womöglich kann sogar nur durch eine glutenfreie Diät das Schmerzaufkommen beträchtlich gelindert werden. In einem Bereich, der als besonders schwer zu therapieren galt, ist dieses Wunder bereits eingetreten. Die chronisch-entzündliche Darmerkrankung, für viele ein jahrelanges Martyrium, reagiert nach neuen Studien der Berliner Charité bei 20 Prozent der Betroffenen auf eine ganz einfach Maßnahme: glutenfreie Diät. Damit ist für sie der Spuk massiver Schmerzen, unvorhersehbaren Durchfalls und starker sozialer Beeinträchtigung endlich vorbei.
Wenn Du Dir vorstellst, wie die Überempfindlichkeit gegen Gluten die Darmschleimhaut verändert, dort eine Dauerentzündung auslöst, oft genug Übelkeit verursacht, äußerst schmerzhafte Blähungen und Verdauungsstörungen initiiert, und dazu noch die Aufnahme von wichtigen Mineralstoffen und Vitamin D beeinträchtigt … dann ist es nur ein winziger Schritt, um unerklärliche Rückenschmerzen zu erklären. Denn sämtliche Nervenbahnen sind über die Wirbelsäule mit sämtlichen Verdauungsorganen vernetzt.
Vitamin D-Mangel tut sein Übriges: Als Folge einer Glutenintoleranz oder Zöliakie (bei Erwachsenen: Sprue) führt er zudem auch noch zu einer Mangelernährung der Knochen. In der Folge kann sich eine sogenannte Osteomalazie entwickeln: Sie äußert sich durch Schmerzen im gesamten Skelettsystem, wobei die besonders beanspruchten Regionen an den Beugestellen der großen und kleinen Gelenke ausgesprochen schmerzempfindlich werden.
Du stehst also bei Glutenintoleranz, von der 97 Prozent der Betroffenen nicht einmal etwas ahnen (!), gleich von zwei Seiten unter Beschuss: Nicht nur Deine Verdauungsorgane, vom Magen bis zum Darmausgang und auf jedem der sieben Meter dazwischen, funken Daueralarm in Dein Gehirn – sondern auch Knochen und Gelenke.
DIÄT KÖNNTE DEIN RETTER SEIN
Der Zusammenhang zwischen Osteoporose, Rücken- und Gelenkschmerzen und der Intoleranz gegen Gluten ist seit langem bekannt. Er ist lediglich noch nicht detailliert statistisch erfasst. Doch zu warten, bis umfassende Studien geliefert werden, würde bedeuten, kostbare Zeit zu vergeuden. Eine glutenfreie Diät, wie auch alle anderen zu Beginn genannten Maßnahmen, kann vielleicht nicht alle und nicht bei allen sämtliche Rückenprobleme beseitigen. Aber sie wird zumindest bei den reflektorischen Beschwerden helfen, die durch eine gestörte Darmtätigkeit und somit durch eine mangelhafte Knochenernährung ausgelöst werden – und das sind jede Menge. Und wenn Du Glück hast, ist der ganze Albtraum vorbei, nur weil Du Dich anders und gesund ernährst.

Was Du jetzt gleich tun kannst
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Streiche für 3 Monate alle glutenhaltigen Lebensmittel von Deinem Speisezettel. Ersetz die Getreidebeilagen durch Hirse, Kartoffel- oder Maismehl; durch Buchweizen, Quinoa, Reis, Soja, möglichst Bio. Allein die Diät wird neue Energien freisetzen.
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Für jedes Brot,Brötchen, Pizza, Pasta, Kuchen und Kekse gibt es wunderbare glutenfreie Alternativen, die gut schmecken und viel besser verträglich sind.
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Pack Dir jede Menge Frisches auf Deinen Speriseplan: Obst, Gemüse, Salat, frischen Fisch, Geflügel, Nüsse, Saaten, gute Öle.
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Mikronährstoffe sind essentiell wichtig, um die Defizite, die eine Glutenintoleranz in Deiner Nährtstoffbilanz auslöst, auszugleichen.
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Allein der Mangel kann bereits wieder eine Störung der Organfunktionen bewirken und damit – Du ahnst es – auch Rückenschmerzen.
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Besonders wichtig ist eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D. In einer Blutuntersuchung kann festgestellt werden, ob ein Defizit vorliegt (was bei knapp 90 Prozent der Deutschen der Fall ist). Mit Hilfe von Tabletten oder Tropfen kann der Mangel aufgefüllt werden.
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Die wichtigste Vitamin-D-Quelle ist Sonne. Nur durch ihre Hilfe kann der Körper aus eigener Kraft Vitamin D bilden. Eine halbe Stunde an der frischen Luft um die Mittagszeit füllt bei einem gesunden Menschen den Speicher auf.
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Bei Menschen mit Zöliakie (Sprue) oder Glutenintoleranz ist die Vitamin-D-Aufnahme sehr häufig gestört.
