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Image by Imani Bahati

Was Deine Gelenke erzählen

Vom Prinzip her würde Zöliakie und Glutenintoleranz eigentlich dicke reichen als gesundheitliche Herausforderung. Doch dort endet die Geschichte leider nicht.

Bei etwa 30 Prozent der Menschen, die davon betroffen sind, kommt mindesten eine entzündliche Autoimmunerkrankung im Laufe des Lebens hinzu. Eine davon ist Rheuma.

Bei Kindern zum Beispiel erhöht sich das Risiko für Polyarthritis – also eine rheumatische Entzündung der Gelenke - um das dreifache. Und auch Erwachsene bleiben häufig nicht von Gelenkbeschwerden verschont.

Prof. Schuppan, Professor of Medicine an der Harvard Medical School in Boston und Leiter des Instituts für Translationale Immunologie und der Ambulanz für Zöliakie, Dünndarmerkrankungen und Autoimmunität am Universitätsklinikum Mainz, erklärt, warum: “Die genetische Veranlagung für Zöliakie, die bei einem Drittel der Bevölkerung gegeben ist, stellt auch eine Veranlagung für zum Beispiel Typ-1-Diabetes und Schilddrüsen-Autoimmunerkrankungen dar. Dabei handelt es sich um die (Immun-) Gene HLA-DQ2 und HLA-DQ8, sowie HLS-DR3 und HLA-DR4. Diese Gene erhöhen die Wahrscheinlichkeit, sowohl eine Zöliakie als auch eine Autoimmunerkrankung zu entwickeln. Dazu gehört", so der Experte, "auch rheumatoide Arthritis und einige andere Autoimmunerkrankungen.

Brot backen

Für die Gelenkschmerzen werden u. a.  auch sogenannte Amylase-Trypsin-Inhibitoren (ATIs) verantwortlich gemacht. Sie treten bei entzündlicher Weizensensitivität auf und machen die Darmwände durchlässig für bestimmte Entzündungsstoffe.

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In einem solchen Fall, tretzen sie in die Blutbahn über, was dann wiederum zu Gelenkbeschwerden führen kann.​ Dann spricht man vom sogenannten Leaky gut.

In einer anderen umfassenden Studie fanden Wissenschaftler heraus, dass die Anzahl der Symptome außerhalb des Verdauungssystems ebenso umfangreich ist, wie innerhalb des Magen-Darm-Traktes.

So, wie das Klebereiweiß Gluten in Weizen, Roggen, Gerste und einigen anderen Getreiden einerseits Entzündungsreaktionen triggern kann, hilft es im Umkehrschluss andererseits bei vielen, Gluten in der Ernährung zu vermeiden. Selbst dann, wenn keine Zöliakie vorliegt, haben Rheuma-PatientInnen, wenn sie es weglassen, oft weniger Schmerzen! Es lohnt sich also auf jeden Fall, eine entsprechende Diät auszuprobieren. 

Image by Sasun Bughdaryan

Die Faust im Nacken

Schulter, Nacken, Knie oder Hüften – sie spiegeln, mit und ohne Zöliakie, unsere innere Verfassung wider. Der international renommierte, französische Osteopath Jean-Pierre Barral hat die Sprache der Gelenke entschlüsselt. Er fand heraus: Stress wirkt auf sie wie Sand im Getriebe. Kommen die Entzündungsmediatoren des Weizens und/oder des Glutens dazu, sind Betroffene gleich doppelt herausgefordert.

 

Image by Omar Lopez

VON GEBURT AN…

Über Fünf Millionen Menschen in Deutschland leiden an Gelenkarthrose. Jeder Zweite kennt Rückenschmerzen, die oft schon im Schulalter beginnen. Wenn Du davon ausgehst, dass geistige, seelische und körperliche Umstände Kettenreaktionen auslösen können, öffnet sich eine neue Tür. Du wirst in die Lage versetzt, das aktiv zu beeinflussen, was ursprünglich zu den Beschwerden geführt hat.

 

Angeboren & erworben

 

Zunächst einmal: Für die Gesundheit und Flexibilität unseres Knochen- und Gelenksystems sind sowohl angeborene als auch erworbene Faktoren verantwortlich. Da ist die genetische Disposition einerseits, in Kombination mit den psychischen und physischen Umständen, von denen Mütter während der Schwangerschaft beeinflusst werden.

Andererseits zeigt das, was wir im Laufe unseres Lebens erleben und erfahren, permanent Wirkung: Unfälle, Traumata, seelische Verletzungen. Doch auch, wie (z. B. mit welcher Nahrung) und wo (z. B. in den Bergen, der Großstadt) wir aufwachsen, sind wichtige Faktoren.

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Die Achterbahn des Lebens nennt die Medizin ein  multifaktorielles Geschehen.

Jedes Trauma, sei es seelischer oder körperlicher Natur, hinterlässt eine Spur – physisch, aber auch energetisch. In dem elektromagnetischen Feld, das jeden Menschen umgibt, entsteht an der Stelle der Verletzung eine Art Riss. So kommt es, dass Du Dich danach dort immer wieder stößt.
Jede Verletzung und  Verunsicherung spiegelt sich auch in unserer Körperhaltung wieder – und hat Folgen:

 

  • Permanent leicht gebeugte Knie signalisieren z. B. fehlende Selbstsicherheit, Angst vor Konfrontation, Empfindlichkeit und Zurückgezogenheit. Die Fehlhaltung setzt sich nach oben bis in die Lendenwirbelsäule fort und kann dort massive Schmerzen auslösen.

  • Das Becken bildet unser festes Fundament – wie ein Symbol für die Stabilität unserer Lebensumstände. Geraten diese im wahrsten Sinne des Wortes aus den Fugen, übernehmen die unteren Lendenwirbel die stabilisierende Funktion. Folge: Die Bandscheiben werden überlastet, weil sie für die Bewegungen, die sie nun übernehmen, nicht konzipiert sind. Eine Hüftarthrose tritt nach Barrals langjähriger Erfahrung besonders bei Frauen oft dann auf, wenn eine gehäufte physische Belastung mit einem Verlust der psychischen Stabilität und der Beständigkeit in der Umgebung und Familie einhergeht.

  • Psychische Spannungen lösen Verspannungen an allen Muskeln der Wirbelsäule aus. „Ein Hexenschuss kann nach Jahren des Zuviels auftreten. Die Ursachen müssen keinesfalls akut sein“, betont er.

  • Eine Schwäche der Lendenwirbel weise oft auf die Ablehnung einer Situation oder auf das Gefühl, „neben der Spur“ zu sein,

  • Der Brustkorb mit seinen 150 Gelenken umschließt und schützt das Herz, signalisiert in seiner aufrechten Haltung Dominanz und Offenheit – ist aber zugleich auch der Sitz des Grolls, der die Brustwirbelsäule blockieren kann. 

    Unsere Sprache verrät, wonach Ärzte und Therapeuten oft vergeblich suchen: der eigentlichen Wurzel des Übels. Sie zu entschlüsseln, ist eine Grundvoraussetzung für weniger Schmerzen.                               

Hier geht's zum Osteopathen…

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