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OSTEOPATHIE

Die Sprache der Gelenke

 "Unsere Emotionen, Organe und Gelenke stehen nicht isoliert nebeneinander“, sagt  Jean-Pierre Barral., einer der weltweit angesehensten Osteopathen. „Sie tauschen Botschaften miteinander aus, und wir müssen lernen, ihre Bedeutung zu verstehen. Es ist wichtig, dass wir uns mit unseren Schmerzen auseinandersetzen und wissen, wo unsere Schwachpunkte liegen.“

Das klingt nach Arbeit. Das TIME-Magazin kürte seinen innovativen Heilansatz dennoch zu einem der bedeutendsten des neuen Jahrtausends. Denn was er sagt, klingt gleichzeitig nach einer anderen Möglichkeit als Schmerzen, noch mehr Schmerzen, sehr vielen Pillen und schließlich Gelenkersatz. Ohne dass wir verstehen, wo unsere Wunden sind, und was sie überall im Körper auszulösen vermögen, werden Schmerzen allenfalls kurzfristig verschwinden. Osteopathie ist eine Medizin, die buchstäblich berührt.

Image by Tangerine Newt

ERNÄHRUNG – wem sag ich das? – erzeugt, was rheumatische Symptome angeht, ihr ganz eigene Chemie: Kettenreaktionen in Organen und Gelenken. Du kannst sie durch eine bewusste Umstellung positiv beeinflussen, so der Experte:

 

 

  • Für die gesunde Durchfeuchtung ist es wichtig, regelmäßig kleine Mengen Wasser (!) zu trinken, mindestens 1 Liter pro Tag.

  • Abends leicht essen, damit Deine Leber nachts keine Höchstleistungen vollbringen und dadurch die Überlastung an Muskeln und Gelenksystem weiterleiten muss.

  • Barral rät, Milchprodukte abends und am Ende einer Mahlzeit wegzulassen, weil Kühe zunehmend durch Schadstoffe und Antibiotika belastet sind.

  • Bio-Geflügel und Fisch sind eher empfehlenswert, rotes Fleisch wegen des hohen Gehaltes an Archaidonsäure (auch in fetter Milch und Käse) jedoch höchstens 1 x pro Woche.

  • Bei immer wiederkehrenden Gelenkproblemen meide Fleisch- und Wurstwaren, Schalentiere, Milch und Milchprodukte, Fett, Schokolade und Weißwein.

  • Das fettlösliche Vitamin E (z. B. in kaltgepressten Ölen, Eigelb und Saaten) schützt die Gelenke vor aggressiven freien Sauerstoffradikalen, die sich wie „Zellrost“ an die Gelenke setzen. Was der Körper an Schadstoffen nicht unschädlich machen kann, verändert den Säurespiegel und damit auch den Zustand der Gelenkkapseln und Schleimbeutel.

  • Wenn der Darm seine Ausscheidungsfunktion nicht richtig wahrnimmt, gelangen Giftstoffe und Abfallprodukte in den Blutkreislauf, die Muskeln und die Gelenke: „Sie blockieren, die Gelenkschmiere verdickt und in der Folge versteifen Gelenkkapsel und Bänder“, so Barral. 

Image by Rohit Choudhari

WARUM TUT DAS NUR SO WEH?

Osteopath Jean-Pierre Barral, einer der großen Pioniere der Viszeral-Therapie, erklärt, wie Organe unter Umständen Störungen in die Gelenke projizieren; Zusamenhänge die wir sonst nicht wahrnehmen:
 

  • Herz: auf den Kiefer bis zur oberen Brustwirbelsäule

  • Hals, Nase, Ohren, Schilddrüse: auf den Nacken  

  • Leber: auf die rechte Schulter 

  • Magen, Bauchspeicheldrüse: auf die linke Schulter und die obere Halswirbelsäule 

  • Lunge, Brüste, Herz: auf die obere Brustwirbelsäule 

  • Leber, Magen, Bauchspeicheldrüse, Zwölffingerdarm: auf die mittlere Brustwirbelsäule

  • Nieren, Dünndarm: auf die untere Brustwirbelsäule 

  • Nieren, Darm Harnleiter: obere Lendenwirbelsäule 

  • Urogenitalsystem, Eierstöcke, Eileiter, Prostata, Blase: auf die untere Lendenwirbelsäule

  • Geschlechtsorgane, Darm: auf die unteren Extremitäten 

  • Nieren: auf Knie, Hüften 

  • Nieren und Geschlechtsorgane: auf die Füße

Image by Towfiqu barbhuiya

Mit den Augen des Osteopathen

Alles ist mit alem verbunden: Diese Regel des Universums gilt einmal mehr in unserem eigenen Körper.

Die Dinge lassen sich nicht getrennt voneinander therapieren, weil sie nicht getrennt voneinander existieren. Schmerz bedeutet aus der Sicht der Osteopathie immer, dass die Teile dieses schier unendlichen Mobiles nicht mehr frei schwingen können, sondern sich irgendwo verheddert – aufgehängt – haben.

 

Um den heftigen Schmerz der Gelenke erklären zu können, muss man wissen: Jedes einzelne besitzt ein hoch entwickeltes Nervennetzwerk, das an jeder einzelnen unserer Bewegungen beteiligt ist. Botschaften werden vom Gehirn empfangen und zurückgesandt. Bei Beschwerden transportiert ein Gelenk Millionen von Negativbotschaften in die Schmerzzentren des Gehirns, die dann miteinander verknüpft werden.

 

Die Auslöser reichen von wetterbedingter Feuchtigkeit über Verletzungen bis zu hormonellen bzw. Verdauungsstörungen. Oder eben auch zur Glutenunverträglichkeit.

Immer sind auch psychosoziale Faktoren involviert, die zu viel Spannung in der Wirbelsäule auslösen, die  wiederum in sämtliche Gelenke und Organe geleitet wird.

Es ist bekannt, dass Migräne oft durch Probleme der Halswirbelsäule verstärkt wird. „Was weniger bekannt ist: Infektionskrankheiten können Auswirkungen auf Knie und Hüften haben, ein steifer Nacken hat vielleicht seine Ursache in den Zähnen, und schlechtes Sehvermögen wirkt sich auf die Wirbelsäule allgemein aus.“

Ich weiß: Das ist eine Menge, was zu berücksichtigen sind! Die gute Nachricht ist: Wenn Du es schaffst, wirklich zu spüren, was Deine Schmerzen triggert, kannst Du die Auslöser immer öfter vermeiden.

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