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Angst & Panikstörungen

11. Aug.
4 Min. Lesezeit

Der Zusammenhang zwischen seelischen Befinden und Zöliakie ist bekannt. Aber wie genau Gluten den Gehirnstoffwechsel und die Stimmung verändert, wird noch erforscht.

​Wir haben mit Heilpraktikerin Petra Hofmann über Erste Hilfe aus naturheilkundlicher Sicht gesprochen.


Frauen schreiben uns immer wieder: "Ich habe solche Angst." Oder: "ich trau mich nicht mehr aus dem Haus." Oder: "Was, wenn ich eine tödliche Krankheit habe?" Oder: "U-Bahn fahren ist unmöglich geworden."

 

Männer haben ebenfalls schreckliche Panikattacken, jedoch nur halb so oft wie Frauen. Aber sie schreiben nicht… vielleicht, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Zöliakie macht es leider nicht besser, denn sie ist ein Treiber für sich von Angst, Panik und Unwohlsein.

Und dann: die Kinder. Seit sie während der Corona-Zeit gezwungen wurden, in eine Art Parallel-Universum ohne ihre Freunde und stattdessen eingesperrt zu leben, sind die seelischen Störungen um ein erschütterndes Maß von bis zu 75 % (!!!) angestiegen.


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SO SIEHT'S AUS.

Wer einmal eine echte Panikattacke hatte, Angst mit allen Schikanen, der weiß, dass er dieses Gefühl noch nie zuvor erlebt hat. Es ist in etwa so, als würdest Du aus dem Haus gehen und direkt vor Dir, gerade nachdem Du die Tür zugezogen hast, steht ein Grizzly-Bär und fletscht Dich an.

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30 Prozent der Deutschen erleben im Laufe ihres Lebens mindestens einen Anfall von Angst und/oder Panik. Er ist die Eskalation von etwas, die lange unter Verschluss gehalten wurde. Schicht türmt sich auf Schicht. Ein emotionaler Schmerz, eine Kleinigkeit oder auch ein scheinbares Nichts können das Fass zum Überlaufen bringen.

Was das Fass ebenfalls zum Überlaufen bringen kann, ist Kontrollverlust: das Gefühl, nicht mehr aus dem Haus gehen zu können, weil dein Darm verrückt spielt und du nicht weißt, wo die nächste Toilette ist – oder ob du sie noch rechtzeitig erreichst. Das ist ein Albtraum, der sich immer mehr verfestigt, je häufiger er passiert. 



Herzrasen, Wogen von Hitze, eiskalter Schweiß, die Hände zittern, der Bauch krampft sich zusammen, die Knie geben nach, Du musst sofort aufs Klo. Letzteres kennt nahezu jeder mit Zöliakie oder Glutenintoleranz. Und manchmal fragt man sich, was eigentlich zuerst da war: die Angst – oder die Panik, wo die nächste Toilette zu finden ist?

Unerträgliche Enge, kein Entrinnen. Todesangst. "Sie sind gesund", sagen die meisten Ärzte. "Das denkst auch nur du", sagt Dein Kopf. Es dauert im Durchschnitt sieben Jahre, bis in der Schulmedizin die Diagnose "Angststörung" gestellt ist.



Drei Arten zu reagieren: Flucht, Angriff oder Starre


Wir haben Heilpraktikerin und Homöopathin Petra Hofmann gefragt, ob die Naturheilkunde mehr zu bieten hat und sind auf erstaunliche Zusammenhänge gestoßen.

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Bin ich krank, wenn ich unter Furcht, Angst und Panik - hab ich's dann "an der Seele"?

Nein. Jeder erlebt das mal in irgendeiner Form. Sei es der Gang zum Zahnarzt, der Angstgefühle erzeugt, die anstehende Prüfungssituation oder eine Phobie vor Spinnen. Ist die Situation vorbei, verschwinden die Ängste wieder. Aber manchmal werden Ängste auch zu einem Lebenskorsett, welches kaum mehr Spielraum lässt, das eigene Leben frei zu gestalten.

 

Was würden Sie dann empfehlen?Kliniken für psychosomatische Medizin, ambulante Psychotherapien und auch die konstitutionelle homöopathische Behandlung bieten Hilfe und Begleitung, wenn die Angst lebensbestimmend wird.

 

Aber was kann ich tun, wenn die Angst so groß geworden ist, dass man sich das Aufsuchen professioneller Hilfe schon nicht mehr zutraut?Angst ist nicht gefährlich, sondern nur unangenehm. Dennoch kostet eine Panikattacke Kraft und zwar so viel, wie es Kraft kostet nach einer dreiwöchigen Grippeerkrankung wieder auf die Beine zu kommen.Dabei ist eine Angststörung "nur" eine Fehlinterpretation der Amygdala, dem Mandelkern im Zwischenhirn. Das hilft natürlich nicht wrklich weiter, wenn man gerade vor Angst wie gelähmt ist. Diese Stelle im Gehirn bewertet das, was wir erleben. Reneau Z. Peurifoy beschreibt in seinem Buch "Angst, Panik und Phobien" ein schönes Beispiel, wie eine solche Bewertung aussehen kann: "Eine Person, die in einer Gegend lebt, in der es Giftschlangen gibt, lernt rasch, Schlangen mit Gefahr zu assoziieren. Sobald ihre Sinnesorgane irgendetwas Schlangenähnliches wahrnehmen, löst die Amygdala sofort die "Kampf oder Flucht"-Reaktion aus. Schließlich ist es in einer solchen Gegend im Wald allemal sicherer, einen auf dem Boden liegenden Zweig für eine Schlange zu halten, als eine Schlange für einen heruntergefallenen Zweig."




Pflanzen, die es in sich haben


 

Okay, ich habe immer noch so viel Angst, dass ich es nicht bis zum Auto schaffe, geschweige denn zum Therapeuten. Was dann?

Aromaöle und Phytotherapie bieten eine breite Auswahl an Mitteln, die eine Angststörung erträglicher machen und zu Mut verhelfen, sich professioneller Hilfe anzuvertrauen.

 

Als da wären…?

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Wir beginnen mal mit der Pflanzenwelt…

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  • Kava-Kava oder auch Rauschpfeffer: wirkt angstlösend, muskelentspannend und leicht stimmungsaufhellend (Anmerkung: nicht bei Leberschäden oder über längeren Zeitraum einnehmen, nicht in der Schwangerschaft oder Stillzeit)

  • Passionsblume, Melisse, Baldrian und Johanniskraut wirken ebenfalls angstlösend, schlaffördernd (Zöliakie-Patienten leiden oft unter Schlafstörungen) und stimmungsaufhellend. Besonders wirksam ist hier das Johanniskraut, da es auch einer verspannten Muskulatur entgegenwirkt. In Kombination mit Baldrian kann der Anteil der Johanniskrautes minimiert werden, da Baldrian die Wirkung des Johanniskrautes um das 10fache verstärkt. Der einzige Wehrmutstropfen beim Johanniskraut ist die Wechselwirkung bzw. Gegenanzeige, wenn gleichzeitig auch Antidepressiva eingenommen werden.

  • Geranium robertianum (Storchenschnabel) als Urtinktur: Löst Schockzustände innerhalb von Sekunden auf und heilt Hautekzeme, die durch Angst und Schrecken entstanden sind, reinigt außerdem die Lymphe.Die Wirkung der pflanzlichen Heilmittel tritt etwa eine Woche nach Beginn der Einnahme ein.

  • Auch ätherische Öle aus Lavendel, Vetiver, Helichrysum als das große Trauma-Öl oder Gardenium sowie die Rescue Tropfen der Bach-Blütentherapie  können helfen, die Angst zu mildern, oft innerhalb kürzester Zeit. Wann wäre es je wichtiger gewesen als heute, seinen inneren Frieden zu finden und sich nicht von Angst und Sorgen überwältigen zu lassen? Diese ätherischen Öle können außerdem dabei unterstützen, das innere Gleichgewicht wieder herzustellen: Ylang Ylang, Weihrauch, Muskatellersalbei, Majoran, Zistrose und grüne Minze.




Dr. Schüßler & Dr. Bach


  • "Bei der Behandlung von Angszuständen darf man unter keinen Umständen die Schüßler Salze und Bachblüten vergessen", so Expertin Petra Hofmann.. Welche sich in der Praxis besonders bewährt haben, liest Du hier

  • Einen kostenlosen Download mit einem Überblick der 12 Funktionsmittel der Schüßler-Therapie findest Du hier zusammengestellt

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