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Image by Konstantin Kitsenuik
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KATRIN, 8. APRIL 2026

Bürokratie-Monster

Meine Annahme, meine Nerven wären nach 10 Jahren Akten-Nahkampf gegen alle Eventualitäten gerüstet: FALSCH. Ich sitze in unserer so geliebten FLOUR REBELS Manufaktur auf und zwischen unzähligen Kartons und versuche, nicht laut zu schluchzen. Noch krasser, als eine Firmengründung, ist eine Firmenauflösung. Und teurer. Viel teurer. Das große Nichts, das bleibt, kostet eine Unsumme. Für das Metall. Für das Papier. Für die Etiketten, für die Entsorgung der Rohstoffe. Jede Stunde kommen neue Geldscheine, die aufgebracht werden müssen, dazu. Für den Restabfall.

UND, ACHTUNG: für die Entsorgung der Maschinen. 

Image by Jon Moore
Flour Rebels Verpackungen.png

Was der Gesetzgeber so nicht vorsieht

Selbstverständlich können niegelnagelneue, originalverpackte Beutel nicht zurückgegeben werden. Und selbstverständlich auch keine makellosen Kartons. Und es darf sie auch niemand aufkaufen. Das sieht die deutsche Hygieneverordnung nicht vor. Das große Wegschmeißen beginnt, Recycling genannt.

Moment mal!

Jemand muss das Altmetall an genau die richtige Stelle bringen. Ein anderer das Holz. Womit wir bei den Maschinen wären, jede von ihnen im Rentenalter mit knirschenden Gelenken. Die zu entsorgen, wird richtig teuer – vierstellig. Ähnlich, wie bei Beerdigungsunternehmen. Nimmt man alles zusammen, kommen fünfstellige Beträge zusammen. Zum Wegschmeißen, wohlgemerkt. Ich geh erstmal nach Hause und setz mich auf mein Sofa. Ich fange an zu beten, dass sich jemand der alten Seelen erbarmt,

Image by David Hofmann
Statue mit Blumen

Beten hilft und kostet nichts

Auch Ebay spuckt keine Rettung aus – außer für die Brotschneidemaschine und den Brötchenteiler. Der Käufer ist so gnädig und nimmt noch einen Stickenwagen mit uralten Blechen mit. DANKE! Die Kita kauft eine Waage. Unsere Nachbar schleppt die Regale weg, die sonst keiner will. Und dann: der andere Nachbar will unsere tonnenschweren Öfen zum Pizzabacken verwenden, wir müssen sie nicht raustragen, abtransportieren, entsorgen. So sieht Glück aus.

Wir verschenken alles, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist. Denn anders will es keiner mehr. Meine einfach unvergleichlich geduldigen, unsagbar hilfsbereiten Gefährtinnen und Gefährten der letzten Jahre reißen stumm Karton nach Karton auf und versenken unsere schönen Tüten in der gelben Tonne und die Kartons in der blauen. 

Am Ende habe ich wieder einen Hauch von Kraft, über eine GmbH-Auslösung nachzudenken. Ich lasse mir Zeit. Ihr ahnt es: Auch das kostet Tausende. Und 13 Monate Lebenszeit.

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